feat(system): System von der SD-Karte auf die eMMC umgezogen

Alles lag auf der SD (System, DB, Aufnahmen, Modelle), die verloetete eMMC lag
ungenutzt daneben. SD-Karten sterben im Dauerbetrieb meist ohne Vorwarnung, und
Aime schreibt bei jeder Aufnahme WAV + MP3 plus DB und Suchindex. Die eMMC meldet
ihren Verschleiss: life_time 0x01, pre_eol 0x01 = unter 10 % verbraucht.

Vorher vollstaendige Sicherung der SD gezogen und verifiziert (94.501 Eintraege =
find / -xdev, SHA-256-Stichprobe).

Drei Erkenntnisse:

1. mkfs.ext4 (e2fsprogs 1.47) setzt orphan_file, was das Incompat-Merkmal
   orphan_present mitbringt -- U-Boots ext4-Leser verweigert dann das Lesen.
   Vor dem ersten Start entfernt: tune2fs -O ^orphan_file,^metadata_csum_seed.
2. U-Boot liest boot.scr und armbianEnv.txt von der SD, solange sie steckt --
   nachgewiesen, indem die SD-Konfiguration testweise wieder auf die SD-Root
   zeigte und das Board prompt das alte System hochfuhr.
3. Daher aime-bootsync.service: spiegelt /boot beim Start und beim Herunterfahren
   auf die SD. Sonst liefe ein Kernel-Update auseinander (neue Module auf der
   eMMC, alter Kernel von der SD). Faellt die SD aus, greift die vollstaendige
   eMMC-Bootkette.

Ergebnis: / = mmcblk0p1 (aime-emmc), keine fehlgeschlagene Unit, dieselben fuenf
Dienste aktiv wie vorher, HTTP 200, NPU v0.9.8, Suchindex 1799/1799.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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schakal00783
2026-08-03 01:07:26 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
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+21
View File
@@ -0,0 +1,21 @@
#!/bin/bash
# Spiegelt /boot des laufenden (eMMC-)Systems auf die SD-Karte.
#
# Warum: U-Boot liest boot.scr, Kernel und initrd von der SD-Karte, das Root
# liegt aber auf der eMMC. Ein Kernel-Update schreibt nur nach /boot der eMMC —
# ohne diese Spiegelung wuerde der alte Kernel von der SD mit den neuen Modulen
# auf der eMMC starten, und das Ergebnis waere ein halb funktionierendes System.
#
# Laeuft beim Start UND beim Herunterfahren: nach einem Kernel-Update ist die
# SD damit schon vor dem naechsten Start aktuell.
set -u
SD=/dev/mmcblk1p1
MP=/mnt/sdroot
[ -b $SD ] || exit 0
mountpoint -q $MP && umount $MP
mkdir -p $MP
mount $SD $MP 2>/dev/null || exit 0
rsync -a --delete --exclude='*.bak*' /boot/ $MP/boot/
sync
umount $MP
logger -t aime-bootsync "/boot auf die SD gespiegelt"
+2 -1
View File
@@ -6,7 +6,8 @@
|---|---|
| SoC | Rockchip **RK3588S** — 4× Cortex-A76 (max 2,256 GHz) + 4× A55, **NPU 6 TOPS** (3 Kerne) |
| RAM | 8 GB |
| OS | Armbian, Kernel 6.1.115, auf SD + eMMC |
| OS | Armbian, Kernel 6.1.115 — **System auf der eMMC** (seit 2026-08-03, siehe [07 – Betrieb](07-betrieb.md)) |
| Speicher | **eMMC 58 GB** (`mmcblk0p1`, Label `aime-emmc`) = `/` · **SD-Karte 119 GB** (`mmcblk1p1`, Label `armbi_root`) = Bootdateien + Rückfallebene, sonst nicht eingehängt |
| Netz | WLAN `192.168.1.200` (primär, auto-join) / LAN `192.168.1.50` |
| Funk | **Intel AX210 M.2**: BT über USB (`hci0`, Name **"Aime"**) + WiFi über PCIe (`wlP4p65s0`). Alter RTL8821CU-USB-Dongle entfernt. |
| Kühlung | **Lüfterlos** (harte Anforderung). Lüfter am roten POWER-Port war unregelbar (Konstantspannung) und wurde entfernt; echter PWM-Header (FAN 2-Pin, hwmon7) bleibt ungenutzt. |
+44 -1
View File
@@ -23,10 +23,53 @@
| `aime-micgate.service` | user | LADSPA-Noise-Gate-Filter-Chain |
| `aime-volume-headset.service` | user | Windows-Volume → Headset-Sink (UAC2 numid=7) |
| `aime-headset-keys.service` | root | H390-Inline-Tasten → Lautstärke |
| `aime-iphone-route.service` | — | HFP-Routing-Watcher für iPhone-Anrufe |
| `aime-iphone-route.service` | — | HFP-Routing-Watcher für iPhone-Anrufe. **Achtung:** die Unit liegt derzeit nicht unter `/etc/systemd/system/`, nur das Skript `/opt/callrec/aime-iphone-route.sh` ist da (Stand 2026-08-03, war schon vor dem eMMC-Umzug so) |
| `aime-bootsync.service` | system | spiegelt `/boot` der eMMC auf die SD-Karte (Start + Shutdown), siehe Speicher-Abschnitt |
| `filter-chain.service` (PipeWire-Standard) | user | **MASKIERT** — würde micgate doppeln |
| `aime-audio-out` / `aime-volume` | user | ES8323-Ära, **disabled** |
## Speicher: System auf der eMMC, Bootdateien auf der SD (seit 2026-08-03)
```mermaid
flowchart LR
ROM["BootROM RK3588S"] --> IDB["idbloader + U-Boot<br/>(eMMC, Sektor 64 / 16384)"]
IDB --> SCR{"boot.scr + armbianEnv.txt<br/>zuerst gefunden auf:"}
SCR -->|SD-Karte| KRN["Kernel + initrd<br/>von der SD"]
KRN -->|"rootdev=UUID=3ba18bc1…"| ROOT["/ = eMMC<br/>mmcblk0p1 „aime-emmc“"]
ROOT -.->|"aime-bootsync spiegelt /boot"| KRN
```
| Gerät | Größe | Rolle |
|---|---|---|
| `mmcblk0p1` (eMMC, `aime-emmc`) | 58 GB, 28 GB belegt | **`/` — System, Datenbank, Aufnahmen, Modelle** |
| `mmcblk1p1` (SD, `armbi_root`) | 118 GB | `boot.scr`/Kernel/initrd **und** eine vollständige Kopie des alten Systems als Rückfallebene. Nicht eingehängt — die SD wird im Betrieb weder gelesen noch beschrieben. |
**Warum die eMMC:** sie ist für Dauerbetrieb gebaut (Verschleiß auslesbar: `life_time 0x01`,
`pre_eol_info 0x01` = unter 10 % verbraucht), die SD-Karte ist der übliche Ausfallpunkt und stirbt
meist ohne Vorwarnung. Aime schreibt viel — jede Aufnahme WAV + MP3, dazu Datenbank und Suchindex.
**Der Haken, den man kennen muss:** U-Boot liest `boot.scr` und `armbianEnv.txt` von der **SD-Karte**,
solange sie steckt — nachgewiesen durch einen Neustart, bei dem eine auf die SD-Root zeigende
`armbianEnv.txt` das alte System hochfuhr. Der Kernel kommt also von der SD, das Root von der eMMC.
Ohne Gegenmaßnahme würde ein Kernel-Update auseinanderlaufen: neue Module auf der eMMC, alter Kernel
von der SD.
**`aime-bootsync.service`** löst das — spiegelt `/boot` beim Start **und** beim Herunterfahren auf die
SD (`rsync -a --delete --exclude='*.bak*'`), sodass beide Medien denselben Kernel tragen. Stirbt die
SD-Karte, findet U-Boot dort nichts mehr und nimmt die eMMC-Bootkette, die vollständig vorhanden ist.
Beide `armbianEnv.txt` (eMMC und SD) tragen `rootdev=UUID=3ba18bc1-bb8e-4a34-9c61-18a27f2c7adf`.
Auf der SD liegt daneben `armbianEnv.txt.bak-vor-emmc-umzug` mit der alten SD-UUID
`ab30e77b-…` — wer das alte System wieder booten will, kopiert die Datei zurück.
**Wichtig bei einem neuen Dateisystem:** `mkfs.ext4` aus e2fsprogs 1.47 setzt `orphan_file` und
`metadata_csum_seed`. `orphan_present` ist ein Incompat-Merkmal — ein Treiber, der es nicht kennt
(U-Boots ext4-Leser), verweigert das Lesen. Vor dem ersten Start entfernen:
```bash
tune2fs -O ^orphan_file,^metadata_csum_seed /dev/mmcblk0p1 && e2fsck -fy /dev/mmcblk0p1
```
## Wichtige Pfade auf dem Board
| Pfad | Inhalt |
+36
View File
@@ -3,6 +3,42 @@
Chronik der Entwicklungsschritte. **Regel: jede zukünftige Änderung bekommt hier einen Eintrag** (Datum,
Was, Warum, betroffene Dateien/Backups).
## 2026-08-03 — System von der SD-Karte auf die eMMC umgezogen
**Warum:** alles lag auf der SD-Karte (System, Datenbank, Aufnahmen, Modelle), die verlötete eMMC lag
ungenutzt daneben. SD-Karten sind der übliche Ausfallpunkt im Dauerbetrieb und sterben meist ohne
Vorwarnung; Aime schreibt bei jeder Aufnahme WAV + MP3 plus Datenbank und Suchindex. Die eMMC meldet
ihren Verschleiß sogar: `life_time 0x01`, `pre_eol_info 0x01` — unter 10 % verbraucht.
**Vorher gesichert:** vollständige Sicherung der SD (22,4 GB tar + Bootbereich + SQL-Dump), verifiziert
über Eintragszahl (94.501 = `find / -xdev`) und SHA-256-Stichprobe.
**Ablauf:** eMMC formatiert (die alte Armbian-Karteileiche dort mit einer veralteten `callrec`-Version
ist damit weg), `rsync -aHAX --one-file-system` in zwei Runden — erste im laufenden Betrieb (28,5 GB in
7:25 min, 61 MB/s), zweite mit gestoppten Diensten als Delta (4 s). Danach `fstab` und `armbianEnv.txt`
auf die neue UUID, `e2fsck`, Stichproben, Dateilistenvergleich (Differenz: exakt die zwei Dateien, die
ich selbst nach dem Sync angelegt hatte).
Drei Dinge, die dabei zu lernen waren:
1. **`orphan_file` blockiert U-Boot.** `mkfs.ext4` (e2fsprogs 1.47) setzt `orphan_file` und
`metadata_csum_seed`; ersteres bringt das Incompat-Merkmal `orphan_present` mit, und ein Treiber,
der es nicht kennt, *muss* das Lesen verweigern. Die funktionierende SD-Partition hatte beides
nicht. Vor dem ersten Start entfernt: `tune2fs -O ^orphan_file,^metadata_csum_seed`.
2. **U-Boot liest die Bootdateien von der SD-Karte**, solange sie steckt — nachgewiesen, indem die
SD-`armbianEnv.txt` testweise wieder auf die SD-Root zeigte: das Board fuhr prompt das alte System
hoch. Kernel kommt also von der SD, Root von der eMMC.
3. Deshalb **`aime-bootsync.service`** (neu): spiegelt `/boot` beim Start und beim Herunterfahren auf
die SD. Ohne das würde ein Kernel-Update auseinanderlaufen — neue Module auf der eMMC, alter Kernel
von der SD. Fällt die SD aus, findet U-Boot dort nichts und nimmt die vollständige eMMC-Bootkette.
**Ergebnis:** `/` = `mmcblk0p1` (`aime-emmc`), 28 GB von 58 GB belegt. Die SD ist im Betrieb nicht
eingehängt. Keine fehlgeschlagene Unit, dieselben fünf Dienste aktiv wie vor dem Umzug, Aime antwortet
mit HTTP 200, NPU-Treiber v0.9.8, Suchindex 1799/1799 Passagen, 50,8 °C.
Dateien: `app/aime-bootsync.sh` (neu), `system/aime-bootsync.service` (neu), Kapitel
[01 – Hardware](01-hardware.md) und [07 – Betrieb](07-betrieb.md).
## 2026-08-02 (spät) — Knöpfe rutschten aus der Zeile, 242 MB Dateileichen geräumt
**1. Zeilenumbruch in der Aufnahmenliste.** Bei schmaler Liste schob ein langer Titel die Knöpfe aus der
+12
View File
@@ -0,0 +1,12 @@
[Unit]
Description=Aime: /boot der eMMC auf die SD-Karte spiegeln (Bootkette konsistent halten)
After=local-fs.target
[Service]
Type=oneshot
RemainAfterExit=yes
ExecStart=/opt/callrec/aime-bootsync.sh
ExecStop=/opt/callrec/aime-bootsync.sh
[Install]
WantedBy=multi-user.target