# 04 — Sprechertrennung (Diarization) & Stimm-Profile
**Anforderung:** akustische Sprecher-ID ist Pflicht (Raumspinne: 3–4 Personen auf einem BT-Kanal).
Sprecheranzahl soll **dynamisch** erkannt werden (Personen kommen/gehen) — kein festes Pinnen nötig.
## Pipeline v2 (seit 2026-07-27)
sherpa liefert nur noch die **Turn-Grenzen** (pyannote-Segmentierung); die Identität — wer ist wer —
berechnet Aime selbst auf **Fenster**-Ebene. Grund: siehe „Warum v2" unten.
```mermaid
flowchart TB
WAV["Mono-WAV 16 kHz"] --> SHERPA["sherpa-onnx
Segmentierung (pyannote)
--min-duration-off=0, threshold 0.2
Labels werden VERWORFEN"]
SHERPA --> TURNS["Turns (z. B. 428 bei 33 min)"]
TURNS --> WIN["Fenster schneiden: 3 s, Hop 1,5 s
(PCM-Slicing ohne ffmpeg, adaptiver Hop bis max. 4000 Fenster)"]
WIN --> EMB["TitaNet-Embedding pro Fenster
(spk.embed, ~1200 Fenster ≈ 60 s)"]
EMB --> CENTER["L2 → Aufnahme-Mittelwert abziehen → L2
(Kanal-/Raum-Kompensation:
Kreuz-Kosinus ≈ 0 statt ≈ 0,4; d' 3,5)"]
CENTER --> GMM["Schwelle aus DIESER Aufnahme lernen:
2-Gauß-Mischung (EM) auf Paar-Ähnlichkeiten
→ Schnittpunkt = Merge-Schwelle"]
CENTER --> A["Stufe A: Average-Linkage-AHC
fein 0,45 → absichtliche Über-Clusterung"]
A --> FOLD{"Cluster-Redezeit
< min(20 s, 2 % der Sprechzeit)?"}
FOLD -- ja --> WEAK["in akustisch nächsten
starken Cluster falten
(Übersprechen, Türgeräusche)"]
FOLD -- nein --> STRONG["starker Cluster"]
WEAK --> MK
STRONG --> MK{"Live-Namensmarker vorhanden?"}
MK -- ja --> CON["must-link: gleicher Name = 1 Cluster,
ABER nur wenn die Cluster akustisch passen
(cos ≥ 0,6 × gelernte Schwelle) —
sonst Marker verwerfen (falsch getippter Zeitpunkt)
cannot-link: verschiedene Namen verschmelzen NIE"]
MK -- nein --> VP
CON --> VP{"Bekannte Stimmabdrücke?"}
VP -- ja --> VPC["Cluster ohne Marker gegen Voiceprints prüfen
(RAW-Kosinus ≥ 0,55 + Abstand 0,05 zur
nächstbesten PERSON, eine Person höchstens 1 Cluster)
→ zusätzliches cannot-link
sichert vor allem den Box-Besitzer"]
VP -- nein --> B
VPC --> B["Stufe B: weiter mergen bis Schwelle
(GMM-Wert) ODER bis gepinnte Anzahl"]
GMM --> B
B --> LAB["Turn-Label = dauergewichtete
Mehrheit seiner Fenster"]
LAB --> OUT["finale Sprecher
(#74: 44 → 20)"]
```
### Gemessene Ergebnisse (2026-07-27)
| Aufnahme | Wahrheit | alt (v1) | neu (v2) | gelernte Schwelle |
|---|---|---|---|---|
| #74 Weekly, 33 min | 22–23 Personen | **44 Sprecher** (gleiche Stimme mehrfach) | **20** | 0,202 |
| #70 Call, 26 min | 4 | 4 | **4** | 0,070 |
| #68 Call, 2 min | 2 | 2 | **2** | 0,050 (Clamp-Minimum) |
## Warum v2 (Messungen statt Raten)
1. **v1-Diagnose an #74:** ein Zentroid pro (schon falschem) sherpa-Cluster aus max. 3 Schnitten ist zu grob,
um 20+ Stimmen zu trennen; dazu kam eine feste Kosinus-Schwelle auf ROHEN Embeddings, die prinzipiell nicht
funktioniert: unzentrierte TitaNet-Vektoren einer Aufnahme teilen eine große gemeinsame Komponente
(Kreuz-Turn-Kosinus ≈ 0,4). Ergebnis: 51 Roh-Cluster → 44 „Sprecher".
2. **Mittelwert-Zentrierung ist der größte Einzelgewinn:** Kreuz-Turn-Kosinus geht auf ≈ 0,
Trennschärfe d' (gleicher vs. anderer Sprecher) steigt auf 3,5.
3. **Average-Linkage statt Greedy-First-Match:** alle Paare eines Clusters entscheiden über den Merge,
nicht ein einzelner Grenzfall-Link (der v1 kippen ließ: derselbe Call ergab 2/3/7 Sprecher).
4. **Embedding-Modell ist NICHT der Hebel** (Benchmark auf #74, 1181 Fenster, zentriert):
TitaNet-large d' 3,75 / 197 s · CAM++ (3D-Speaker) d' 3,72 / 82 s · **TitaNet-small d' 3,54 / 57 s** ·
wespeaker VoxCeleb resnet34 d' 2,43 / 185 s. Durch die v2-Pipeline geschickt landen die drei guten
Modelle innerhalb eines Sprechers (21/22/21 bei 23 Personen) → TitaNet-small bleibt Default
(schnellste, und alle bereits gelernten Voiceprints bleiben gültig). `SPK_MODEL` schaltet um;
Voiceprints werden ab jetzt pro Modell gespeichert (Spalte `model`), weil Kosinus über Modelle hinweg
Rauschen ist.
5. **Eine feste Merge-Schwelle kann es nicht geben:** 0,30 ergab auf #74 21 Sprecher (gut), auf #70 aber 9
(statt 4); 0,15 fixte #70 und ließ #74 auf 14 kollabieren. Die Paar-Ähnlichkeits-Verteilung EINER Aufnahme
ist zweigipflig („anderer Sprecher" ≈ 0, „gleicher Sprecher" je nach Audioqualität 0,21–0,30) — deshalb
wird die Schwelle pro Aufnahme per 2-Gauß-EM gelernt (`mergeThreshold()`), geklemmt auf 0,05–0,35.
`DIAR_COS_FINAL` pinnt sie zum Debuggen.
## Live-Namensmarker (seit 2026-07-27)
Während der Aufnahme tippt man den Namen der Person, die GERADE spricht (Kopfzeile, Enter). Der Zeitstempel
(Offset zum Aufnahmestart) landet in der Tabelle `markers`. Das ist bei 20+ Teilnehmern der einzige
verlässliche Weg zu echten Namen — und zusätzlich **Supervision für die Trennung**.
```mermaid
sequenceDiagram
participant U as Nutzer (GUI)
participant S as server.js
participant R as recorder.js
participant D as diar.js
participant DB as MariaDB
U->>S: POST /api/record/marker {name}
S->>R: addMarker(name) → t_ms = jetzt - Start
U->>S: POST /api/record/stop
S->>DB: addMarkers(recId, [{t_ms,name}])
S->>D: diarize(wav, n, {markers})
Note over D: Marker → Anker-Turn
(deckt t_ms ab, sonst bis 25 s davor / 8 s danach)
must-link + cannot-link in Stufe B
D-->>S: Segmente
S->>S: applyMarkers(): resolveMarkers() → Cluster benennen
S->>DB: speaker_names + markers.speaker/conf
S->>DB: learnVoice(name) je benanntem Sprecher
(neue Probe der PERSON hinter dem Namen)
```
- **Auflösung** (`diar.resolveMarkers`): asymmetrisches Fenster um den Marker (25 s zurück / 8 s vorwärts,
Exponential-Gewichtung), weil man den Namen erst tippt, nachdem man die Stimme gehört hat. Ein Turn, der
den Marker überdeckt, gewinnt; `conf` = high / mid / low.
- **Cluster-Zusammenführung:** landet EIN Name sicher auf MEHREREN Clustern, war es dieselbe Person →
`applyMarkers()` führt sie zusammen (nutzergestützter Fix für Rest-Übersegmentierung).
- **Nachtragen:** im Detail einer Aufnahme kann an der aktuellen Abspielposition ein Marker gesetzt werden
(`POST /api/recordings/:id/markers`), „↻ Zuordnen" rechnet die Zuordnung neu (`apply-markers`, ohne sherpa).
- Marker-Namen sind manuell = autoritativ; die akustische Auto-Identifikation füllt nur Lücken —
**mit einer Ausnahme, siehe unten** (unsicher verankerter Marker verliert gegen einen Stimmabdruck).
## Ein falsch getippter Marker kostete einen Sprecher (2026-07-29)
**Symptom (Aufnahme #79, 23-min-Jour-fixe, 4 Personen):** nur 3 Sprecher, Sascha fehlte komplett.
**Ursache, gemessen im Labor:** Stufe A + Faltung lieferten korrekt **4 starke Cluster**. Es gab 4 Marker
mit 3 Namen — „Merle" war zweimal getippt worden, der zweite davon landete auf **Saschas** Cluster. Das
alte must-link verschmolz beide „Merle"-Cluster bedingungslos, also Sascha in Merle hinein. Ihre
Kosinus-Ähnlichkeit war **−0,727**, d. h. das Signal war eindeutig da — es wurde nur nicht ausgewertet.
**Drei Absicherungen:**
| Ebene | vorher | jetzt |
|---|---|---|
| Anker-Gewicht (`markerAnchors`) | jeder Marker zählt 1 | Marker IM Turn zählt 1,0, bei 25 s Tippverzögerung 0,2 |
| must-link (`clusterWindows`) | verschmilzt immer | nur bei `cos ≥ 0,6 × gelernter Schwelle`, sonst Marker verwerfen + loggen |
| Cluster-Fold (`applyMarkers`, server.js) | ab `conf ≠ low` | **nur `conf = high`**; `mid` darf noch benennen, aber nicht mehr verschmelzen |
Zusätzlich: trägt EIN Cluster Marker mehrerer Namen, war er schon vor Stufe B verschmolzen — das wird
jetzt als Warnung geloggt statt still den lauteren Vote zu nehmen.
## Stimmabdrücke als Trennkriterium — der Besitzer zählt immer (2026-07-29)
Die Stimm-Identifikation lief bisher **nach** dem Clustering (`identifySpeakers`): sie konnte benennen,
was herauskam, aber nie verhindern, dass zwei bekannte Personen in einem Cluster landen. Gerade der
Besitzer der Box ist enrolled und spricht in JEDER Aufnahme — genau er verschwand in #79.
Jetzt gehen die Voiceprints **in** die Diarisierung (`diarize(wav, n, {markers, voiceprints})`, gefüllt in
`rediarize()` und `transcribeAndAnalyze()`). Jedes noch namenlose Cluster wird gegen die Abdrücke geprüft;
sitzt einer sicher darauf, wirkt der Name wie ein Marker-Tag = cannot-link.
- Vergleich im **RAW**-Raum (Voiceprints sind unzentriert gespeichert), deshalb streng: `DIAR_VP_MIN` 0,55
**und** 0,05 Abstand zum Zweitbesten, eine **Person** beansprucht höchstens ein Cluster (bester Score gewinnt).
- Schlüssel ist seit 2026-08-07 die **Person** (`diar.identityKey` über `person_names`), nicht mehr der
kleingeschriebene Vorname. Der Vornamens-Trick sollte „Sascha" und „Sascha Wolf" zusammenhalten, setzte dabei
aber auch „Markus Ufer" und „Markus Witsch" gleich (Kosinus 0,241 = zwei Menschen). Siehe „Eine Person,
mehrere Namen" unten.
- Ebenfalls seit 2026-08-07: Score und Abstand rechnen **pro Person über deren besten Abdruck**. Vorher lief
beides über einzelne Abdrücke — zwei Abdrücke desselben Menschen (0,928) rissen die Abstandsprüfung
zuverlässig, die Zwangsbedingung war also faktisch abgeschaltet.
- Gegenprobe ohne Regression: #79 → 4 (vorher 3), #70 → 4, #68 → 2, #74 → 20 (unverändert mit und ohne
Voiceprints). Auf #79 wird Sascha mit cos 0,861 erkannt, auf #74 fünfzehn Personen (Kai 0,656 … Niklas 0,966).
**Nachwirkung im server:** ein Name, der aus einem Marker mit `conf ≠ high` stammt, verliert gegen einen
widersprechenden Stimmabdruck (`identify #id: Stimmabdruck "X" schlägt unsicheren Marker "Y"`). In #79
hatte der Marker bei 6,6 s Saschas Cluster „Markus" getauft.
## Abschnittsweiser sherpa-Lauf (seit 2026-08-07) — der RAM-Bedarf wuchs quadratisch
**Symptom:** Aufnahme #99 (53:56) endete mit „Transkription fehlgeschlagen“, die GUI zeigte
„failed to fetch“. In Wahrheit war die Transkription längst fertig (8666 Wörter, RTF 0,394);
gestorben ist der sherpa-Lauf danach:
```
Out of memory: Killed process 3107072 (sherpa-onnx-off) total-vm:8387852kB, anon-rss:5463416kB
callrec.service: A process of this unit has been killed by the OOM killer.
callrec.service: Failed with result 'oom-kill'.
```
**Gemessen** (gleiche Aufnahme, Anfangsstücke verschiedener Länge, A76 auf 1,608 GHz, `VmHWM`):
| Audio | Spitzen-RSS | Turns | Laufzeit |
|---|---|---|---|
| 10 min | 349 MB | 130 | 130 s |
| 20 min | 1389 MB | 242 | 300 s |
| 30 min | 2643 MB | 361 | 459 s |
| 54 min | **5,4 GB → OOM** | — | Abbruch nach ~14 min |
Doppelte Länge = **vierfacher** Speicher: sherpa hält das ganze Gespräch plus seinen Clustering-Zustand
im RAM (O(n²) über die Turns). Auf 8 GB ohne echten Swap (nur zram) ist damit bei ~45 min Schluss.
**Fix:** v2 wirft sherpas **Labels** ohnehin weg und braucht nur die **Turn-Grenzen** — also läuft der
Lauf jetzt in Abschnitten von 600 s (`DIAR_CHUNK_SEC`, `0` schaltet ab) und die Grenzen werden mit
Zeit-Offset zusammengesetzt. Der Speicher bleibt damit auf dem Niveau eines Abschnitts, **unabhängig
von der Gesprächslänge** — und weil die Kosten quadratisch waren, ist es zusätzlich schneller
(6 × ~150 s statt eines Laufs, der nach 14 min noch nicht fertig war).
```mermaid
flowchart LR
WAV["WAV 54 min"] --> CUT["PCM-Slicing in 600-s-Abschnitte
je ±5 s Kontext
(pyannote schaut über 10-s-Fenster)"]
CUT --> S1["sherpa Abschnitt 1
0–600 s"]
CUT --> S2["sherpa Abschnitt 2
600–1200 s"]
CUT --> SN["… Abschnitt n"]
S1 --> CLIP["nur Turns im EIGENEN Bereich behalten,
auf ihn beschneiden, + t0 verschieben"]
S2 --> CLIP
SN --> CLIP
CLIP --> ALL["Turn-Grenzen der ganzen Aufnahme
(#99: 726 Turns)"]
ALL --> V2["weiter wie Pipeline v2
(Fenster → Embeddings → AHC)"]
```
- Kontext von ±5 s pro Abschnitt, damit die Naht die Grenzerkennung nicht verwischt; die Turns des
Kontexts gehören dem Nachbar-Abschnitt und werden verworfen.
- **Preis:** ein Turn, der genau auf einer Naht liegt, wird in zwei geteilt. Das Re-Clustering vergibt
beiden Hälften ohnehin denselben Sprecher — bei 600 s Abschnittslänge sind das ≤ 5 Nähte pro Stunde.
- Der **Legacy-Pfad** (`DIAR_MODE=legacy`) läuft weiter unzerteilt: er braucht sherpas eigenes,
globales Clustering und lässt sich nicht abschnittsweise rechnen.
- **Zweite Sicherung:** `OOMPolicy=continue` (Drop-in `system/etc/systemd/system/callrec.service.d/oom.conf`).
systemd stoppt eine Unit per Default komplett, sobald *ein* Kindprozess OOM-getötet wird — genau das
riss die App mit (daher „failed to fetch“). Diarisierung und Analyse sind im Code bereits nicht-fatal,
also überlebt die App jetzt einen OOM-getöteten Helfer und behält Transkript + Aufnahme.
**Verifiziert** an #99 (Re-Diarisierung 2026-08-07): 6 Abschnitte, Spitzen-RSS **363 MB** statt 5,4 GB,
726 Turns → 1932 Fenster → **8 Sprecher**, 6 Live-Marker verankert, Diarisierung 13,5 min, keine
OOM-Meldung.
## Eine Person, mehrere Namen (seit 2026-08-07)
Bis dahin war der **Name** die Identität. Das trägt nicht: derselbe Mensch wird in einer Aufnahme als
„Sascha" und in der nächsten als „Sascha Wolf" benannt, und schon existierten zwei Einträge derselben
Stimme. Auf Aufnahme #101 (34 s, **zwei** Menschen) hieß das Ergebnis: `Michael`, `Sascha`,
`Sprecher 3`, `Sascha Wolf` — vier Sprecher, einer davon doppelt.
**Messung des Altbestands** (42 Abdrücke, `lab/vpcos.mjs`, Kosinus innerhalb gleicher Vornamen):
| Paar | cos | Befund |
|---|---|---|
| `Jens` ~ `Jens Kuppler` | **1,000** | exakte Dublette |
| `Sascha` ~ `Sascha Wolf` | 0,928 | dieselbe Stimme, zwei Einträge |
| `Kim` ~ `Kim Nebendahl` | 0,899 | dieselbe Stimme |
| `Fabienne` ~ `Fabienne Nachtsheim` | 0,785 | dieselbe Stimme |
| `Markus` ~ `Markus Witsch` | 0,429 | verschiedene Menschen |
| `Fabio` ~ `Fabio Haase` | 0,261 | passt nicht zusammen |
| `Johannes` ~ `Johannes Jeckel` | 0,115 | passt nicht zusammen |
| `Michael Pastler` ~ `Michael Wagner` | −0,011 | klar verschiedene Menschen |
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: **automatisch nach Vornamen gruppieren wäre falsch** — genau das tat
der alte `normName`-Trick in `diar.js`, und er setzte damit „Markus Ufer" und „Markus Witsch" gleich.
Zweitens: ein Teil des Bestands war **kontaminiert** (`Johannes` lag mit 0,912 an *Sascha Wolf*, aber mit
0,115 an *Johannes Jeckel*), also aus einem falsch verschmolzenen Cluster gelernt — dasselbe Muster wie
bei Merle am 2026-07-29. Der Bestand wurde deshalb geleert (Dump: `backup/voiceprints-2026-08-07.sql`)
und wird neu gelernt.
**Modell jetzt:**
```mermaid
erDiagram
persons ||--|{ person_names : "heißt auch"
persons ||--o{ voiceprints : "klingt wie"
persons { int id string display_name }
person_names { string name int person_id }
voiceprints { int id int person_id string vec string model }
```
- `person_names.name` ist Primärschlüssel → ein Name gehört zu **genau einer** Person. Die Kollation
`utf8mb4_general_ci` macht das absichtlich case-insensitiv („sascha" = „Sascha").
- **Mehrere Proben pro Person** statt eines laufenden Mittels (`AIME_MAX_PRINTS`, Standard 8, älteste
fallen raus). Proben aus verschiedenen Sessions und Headsets zu mitteln verwischt gerade das, was die
Stimme ausmacht; bewertet wird eine Person mit ihrem **besten** Abdruck.
- **Abstand zwischen Personen, nicht zwischen Abdrücken** (`spk.bestMatch`, `diar.clusterWindows`). Vorher
rissen zwei Abdrücke desselben Menschen (0,928) die 0,05-Abstandsprüfung — die Zwangsbedingung war
damit faktisch abgeschaltet.
- Identität überall gleich: `diar.identityKey(name, persons)` bildet Marker-Namen UND Abdrücke auf
`p` ab, `db.personNameMap()` liefert die Karte. Ohne Personen-Eintrag zählt der **volle**
Name (nicht mehr nur der Vorname).
- GUI „Stimmen" zeigt Personen mit ihren Namen als Chips: Namen hinzufügen/entfernen, zwei Personen
zusammenführen, Proben verwerfen. Vergibt man einen Namen, der schon einer anderen Person gehört,
werden beide zusammengeführt — dann ist genau das gemeint.
**Verifiziert an #101:** „Michael" und „Sascha" neu gelernt, „Sascha Wolf" als zweiter Name an dieselbe
Person gehängt → Re-Diarisierung benennt nur noch `{"speaker_00":"Michael","speaker_01":"Sascha"}` statt
vorher drei Namen für zwei Menschen, Log: `Cluster 1 = bekannte Stimme "Sascha" (cos 0,917)`.
⚠️ **Was das NICHT löst:** die Cluster-Anzahl. #101 bleibt bei 4 Clustern für 2 Menschen (17 Roh-Cluster
→ 13 schwache gefaltet → 4), die beiden unbenannten heißen weiter „Sprecher 1/2". Das ist die
Über-Segmentierung kurzer Clips, diagnostiziert am 2026-07-31 (Mittelwert-Zentrierung erzeugt bei wenigen
Fenstern einen negativen Sockel von −1/(n−1)) — ein eigener, noch offener Punkt.
## Harte Grenzen / Sackgassen
- **Überlappendes gleichzeitiges Sprechen** ist mit Mono-Mix prinzipiell nicht trennbar.
- Geclipptes Audio (0 dBFS) zerstört Embeddings → Fantasie-Sprecher (deshalb Gain-Staging, Kap. 02).
- sherpa-Quantisierung q5_0: langsamer UND schlechter auf diesem aarch64-Build — tot.
- Wer im ganzen Gespräch weniger als `min(20 s, 2 % der Sprechzeit)` redet, wird einem anderen Sprecher
zugeschlagen (Weak-Fold) — sonst überleben Übersprech-Fragmente als „Sprecher".
- Diarization-Timeout skaliert mit Dauer (`timeoutForSec()` = Dauer × 2,5, min. 20 min — bei
abschnittsweisem Lauf pro Abschnitt). (`parse-options.cc:373`-Ausgabe ist harmloses argv-Echo.)
- **v1 ist nicht weg:** `DIAR_MODE=legacy` schaltet auf die alte Anchor-Merge-Konsolidierung zurück
(`consolidateSpeakers()` bleibt als Fallback, wenn die v2-Fenster-Embeddings scheitern).
## Sprecher-Namen & Stimm-Profile (Enrollment)
```mermaid
flowchart LR
DIAR["Diarization: speaker_00, speaker_01, …"] --> AUTOID["identifySpeakers():
Abgleich gegen gespeicherte Voiceprints"]
AUTOID --> MERGE2["mergeSpeakerNames():
füllt nur Lücken, manuelle Namen gewinnen"]
GUI["GUI Sprecher-Editor:
Name eintragen + 'lernen'"] --> API["POST /speaker {speaker, name, enroll}"]
API --> PERS[("persons + person_names
ein Mensch, mehrere Namen")]
PERS --> VP[("voiceprints-Tabelle
mehrere Proben PRO PERSON
(max. 8, älteste fallen raus)")]
API --> NAMES[("recordings.speaker_names
JSON, manuell gewinnt")]
VP --> AUTOID
```
- Beim Lernen wird der längste zusammenhängende Sprech-Abschnitt (≥ 1,5 s, **max. 20–25 s**) des Sprechers als
TitaNet-Embedding **als neue Probe der Person** gespeichert (`db.learnVoice`) → zukünftige Aufnahmen
identifizieren die Person automatisch. Bis 2026-08-07 wurde stattdessen EIN Zentroid pro Name laufend
gemittelt; das verwischt gerade die Merkmale, wenn die Proben aus verschiedenen Sessions und Headsets kommen.
- ⚠️ **Warum die Schnitte kurz sein MÜSSEN (2026-07-27 root-caused):** das TitaNet-ONNX bricht bei langen
Eingaben ab — reproduziert bei 180 s:
`Non-zero status code returned while running Where node … Attempting to broadcast an axis by a dimension
other than 1. 12288 by 17998` → der `spk_embed`-Helfer stirbt (20 s / 60 s laufen sauber). Auf #74 war der
längste Lauf eines Moderators minutenlang; damit starb der Helfer beim ERSTEN Sprecher und — weil
`spk.js` seine Aufrufe über eine Promise-Kette serialisiert und `.then()` auf einer *rejected* Promise den
Callback überspringt — jeder weitere Sprecher mit „spk beendet". Das war die Ursache des seit 2026-07-16
offenen Rätsels „Voice-Auto-Naming tot trotz freiem RAM". Zwei Fixes: `identifySpeakers()` schneidet auf
`ID_CUT_SEC = 25 s`, und die Kette in `spk.js` (ebenso `tdChain` in `recorder.js`) wird aus einer
geschluckten Kopie fortgeführt → ein Absturz kostet nur noch diesen einen Aufruf (verifiziert:
180-s-Schnitt scheitert, der nächste 20-s-Schnitt liefert wieder ein Embedding).
- Ein enrolltes Profil kann nur EINEN Cluster benennen: pro Name gewinnt der beste Kosinus
(#74 hatte „Fabio" gleichzeitig auf zwei Clustern).
- Teilnehmerliste der Analyse kommt seit 2026-07-15 **aus der Diarization** (Namen wo bekannt, sonst
„Sprecher N“) — nicht mehr vom LLM (das listete alle bloß *erwähnten* Namen, 11 statt 3). Siehe Kap. 05.
## Re-Diarization
- GUI „↻ Analyse neu“ → Prompt: leer = automatisch (konsolidiert), Zahl = Anzahl gepinnt
(`--clustering.num-clusters`). Läuft immer unter A76-Takt-Cap (lüfterlos!).
- `db.replaceWords()` tauscht nur die Sprecher-Zuordnung; Text/Zeitstempel bleiben.