- diar.js: Stufe-3 Weak-Fold (DIAR_MIN_TOTAL_SEC 20s) gegen Phantom-Sprecher - llm.js: End-Instruktion, JSON-Repair, Sanity+Fallback, Chunk-Retry, Quote-Sanitizer, gelabelter/gewichteter Reduce; WHOLE_MAX 20000 (Gemma-4B-Grenze) - rkllm_server.cpp: max_context_len 8192->12288 - server.js: analyzeRecording unter A76-Takt-Cap (95-97 Grad ungedeckelt) - Doku Kap. 03/04/05 + Changelog Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com> Claude-Session: https://claude.ai/code/session_0113vDKdSNtD3Dwcw4QMu9yV
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05 — LLM-Analyse (Gemma-3-4B auf der NPU)
Modell
| Modell | Gemma-3-4B-it, gemma3-4b-w8a8g128-16k.rkllm |
| Runtime | rkllm 1.3.0 (Upgrade von 1.2.1 — API- und Chat-Template-Änderungen) |
| Quantisierung | grouped w8a8 (g128) — plain w8a8 hat Gemma kaputt-quantisiert; w4a16 auf RK3588 nicht unterstützt |
| Kontext | 16k konvertiert, Runtime 12288 (seit 2026-07-16, vorher 8192; KV-Cache-RAM passt). ABER: Whole-Pass-Grenze bleibt 20 000 Zeichen — das ist eine Modell-, keine Kontextgrenze (s. u.) |
| Tempo | ~5 tok/s Decode → Kurzclip ~5 min, 71-min-Aufnahme ~20 min Analyse |
| Historie | Vorher Qwen2.5-3B (fest 4096 Kontext). Gemma ≈ Gemini-Qualität, aber ~3× langsamer. gemma3n-E4B zu groß (10,4 GB). |
Hart: niemals Online-LLM — alles lokal auf der NPU.
Pfadwahl nach Transkriptlänge
flowchart TB
T["Transkript"] --> A{"≤ 4 800 Zeichen?"}
A -- ja --> SINGLE["analyzeSingle:<br/>EIN Call = bereinigter Dialog + JSON-Analyse<br/>(Fallback: separater JSON-Call bei Echo/Parse-Fehler)"]
A -- nein --> B{"≤ 20 000 Zeichen?"}
B -- ja --> WHOLE["analyzeWhole:<br/>GANZES Gespräch in einem Analyse-Call<br/>(kohärente Summary, kleine JSON-Ausgabe)<br/>Instruktion VOR und NACH dem Transkript"]
WHOLE --> WCHECK{"JSON parsebar +<br/>Zusammenfassung ≥ 20 Zeichen?"}
WCHECK -- "JSON kaputt" --> REPAIR["Repair-Call: NUR der kaputte<br/>Output (klein) → gültiges JSON"]
REPAIR --> WCHECK
WCHECK -- "weiterhin leer/Junk" --> LONG
WCHECK -- ja --> OUT
B -- nein --> LONG["analyzeLong (Map-Reduce):<br/>Chunks à 8 000 Zeichen"]
LONG --> MAP["MAP: pro Chunk Mini-JSON<br/>(zusammenfassung, teilnehmer, todos)<br/>bewusst minimaler Prompt — lange Regelwände<br/>kippen Gemma in englische Prosa<br/>1 RETRY bei Parse-Fehler (Sampling-Münzwurf)"]
MAP --> SALV{"JSON parsebar?"}
SALV -- ja --> COLLECT["einsammeln"]
SALV -- nein --> PROSE["Prosa retten:<br/>Code-Fences UND rohe {...}-Blobs entfernen<br/>(JSON-Leak-Fix), dann als Teil-Summary nutzen"]
PROSE --> COLLECT
COLLECT --> REDUCE["REDUCE: Teil-Summaries (je ≤ 800 Zeichen,<br/>gelabelt 'Abschnitt i von n')<br/>→ EIN JSON: titel, zusammenfassung,<br/>kernpunkte[], entscheidungen[]<br/>Gewichtung nach Abschnitts-Anteil,<br/>Schluss-Smalltalk nie in Titel/Überblick<br/>2 Parse-Versuche, Tail wird geloggt"]
REDUCE --> OUT["Ergebnis"]
SINGLE --> OUT
Warum die Whole-Pass-Grenze bei 20 000 Zeichen bleibt (Modellgrenze, 2026-07-16)
Aufnahme #70 (26 min, 22,6k Zeichen ≈ 6 900 Token) lag knapp über der Grenze. Versuch, sie per
Runtime-Kontext 12288 durch analyzeWhole zu schicken, scheiterte REPRODUZIERBAR an Gemma-3-4B selbst
(vier Iterationen, alle Fehlbilder real beobachtet):
- Instruktion nur oben → Modell „vergisst" die Aufgabe, antwortet mit englischem Geplauder
über das Gespräch („Okay! That was a fascinating conversation…"). Fix: Instruktion nach dem
Transkript wiederholen (ohne
{"titel": ...}-Skelett — die...-Platzhalter wurden sonst wörtlich kopiert!). - Recency-Bias: Titel/Summary beschreiben den SCHLUSS des Gesprächs (Auto-Smalltalk der letzten 3 min) statt der Hauptthemen — mehr Kontextfenster liest nicht gleichmäßiger.
- „themen"-Inventar-Feld als Gegenmittel → Repetitionsschleife mit zerfallendem JSON (typografische Anführungszeichen, doppelte Keys, 16-min-Generierung bis Token-Cap).
Konsequenz: > 20k Zeichen geht IMMER über Map-Reduce; dessen Reduce gewichtet stattdessen nach
Abschnitts-Anteil. WHOLE_MAX_CHARS nicht erhöhen ohne Inhalts-Revalidierung.
Strukturierte Zusammenfassung (seit 2026-07-15)
Das LLM liefert getrennte Felder; composeSummary() baut daraus den Summary-Text:
<Überblick, 2–4 Sätze>
Kernpunkte:
• <Punkt>
• <Punkt>
Entscheidungen:
• <Entscheidung>
GUI rendert mit white-space: pre-line (style.css) → Bullets und Absätze sichtbar. Todos bleiben eigenes
Feld/eigene Liste. Teilnehmer kommen NICHT vom LLM, sondern aus der Diarization (Kap. 04) — das LLM
hatte alle im Gespräch erwähnten Namen als Teilnehmer gelistet (11 statt 3 bei Aufnahme #69).
Robustheit gegen Gemma-Marotten (alle real aufgetreten)
| Marotte | Gegenmaßnahme |
|---|---|
| Antwortet Prosa statt JSON bei großen Inputs | kleine Chunks (8 000), minimaler Chunk-Prompt, Reduce-Input gekappt + Retry, Prosa-Salvage |
| Kaputtes JSON leakt in die Summary | {...}-Blobs werden vor Salvage entfernt |
Todos als Objekte ({"aufgabe": …}) statt Strings |
cleanList() flacht Objekt-Werte zu Strings ab |
"null" / "[object Object]" / lose ? in Listen |
cleanList() filtert/trimmt |
| Echot Feldbeschreibungen statt Inhalt | echoed()-Guard → separater JSON-Call |
| Echot konkrete Beispiele aus dem Prompt (Phantom-Todos, „Kompressor“-Summary) | Korrektur-Regeln bewusst OHNE konkrete Beispiele (CORRECTION_HINT abstrakt) |
| Erfindet Fantasie-Komposita („Audio-Dualeintragung“) | NO_INVENT-Regel in allen Summary-Prompts |
| Chunk-Parse-Fehler variieren pro Lauf (Sampling-Münzwurf: 3/3 ok, nächster Lauf 1/3) | 1 Retry pro Chunk (P(fail) → P(fail²)), danach Salvage; bei schwachem Ergebnis „Analyse neu“ |
| Typografische Anführungszeichen (“”„) als JSON-Delimiter, trailing commas | extractJson()-Sanitizer: erst strikt parsen, bei Fehler Quotes/Kommas reparieren und nochmal |
| Whole-Pass > ~6k Token: englisches Geplauber, Recency-Bias, JSON-Zerfall | WHOLE_MAX_CHARS 20 000 hart; End-Instruktion; Repair-Call; Sanity-Check (Zusammenfassung ≥ 20 Zeichen) → sonst Chunk-Fallback |
Kopiert ...-Platzhalter aus Schema-Beispielen wörtlich |
End-Instruktion nennt nur Feldnamen, nie ein Skelett mit Platzhaltern |
Eigennamen-Glossar (Whisper hört z. B. „Aime“ als „Amy“)
flowchart LR
G[("glossary-Tabelle<br/>GUI-Tab 'Glossar', /api/glossary")] --> Q{"Eintrag hat<br/>Soundalikes?"}
Q -- ja --> DET["DETERMINISTISCH: Ganzwort-Ersetzung<br/>direkt auf rec.words VOR der Analyse<br/>(applyGlossaryText / glossaryMap)"]
Q -- nein --> HINT["nur als Hinweis in den LLM-Prompt<br/>(glossaryHint)"]
DET --> LLM2["LLM sieht schon den korrekten Begriff"]
LLM2 --> BELT["Gürtel+Hosenträger: Ersetzung nochmal<br/>auf Titel/Summary/Todos des LLM-Outputs"]
Wichtig: Begriffslisten niemals als Whisper---initial-prompt (Echo-Loop, verifiziert) und dem 3–4B-Modell
keine „ersetze X durch Y“-Anweisung anvertrauen (unzuverlässig) — deshalb die deterministische Text-Ersetzung.
Zusammenspiel mit Whisper auf der NPU
rkllm (LLM) und Whisper-NPU-Encoder können nicht gleichzeitig resident sein (RAM-Contention, äußerte sich
als rc=-6). Kurzclips (≤ 30 s) nutzen deshalb den CPU-Whisper-Daemon ohne rkllm-Swap; lange Aufnahmen
swappen seriell unter dem NPU-Lock.
Thermik: analyzeRecording() läuft seit 2026-07-16 unter dem A76-Takt-Cap (.bak-anacap) — rkllm
zieht neben der NPU ~1,7 CPU-Kerne, eine lange ungedeckelte Gemma-Generierung erreichte 95–97 °C
(lüfterlos, Schutzabschaltungs-Risiko). Gleicher Cap wie transcribeWav/rediarize (Kap. 03).